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Abrüstung im Warschauer Pakt – Das Ende des Kalten Kriegs
29. Mai 1987
Mit seinen Reformprojekten Perestrojka und Glasnost hat sich der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow keine Freunde in der DDR-Führung gemacht. Deren Chefideologe Kurt Hager hat die distanzierte Haltung der Führungsriege in einem Interview mit dem westdeutschen Magazin “Stern” in die Worte gefasst: “Würden Sie, nebenbei gesagt, wenn Ihr Nachbar seine Wohnung tapeziert, sich verpflichtet fühlen, Ihre Wohnung ebenfalls neu zu tapezieren?”
Als Gorbatschow zum Treffen der Parteichefs der Warschauer-Pakt-Staaten nach Ost-Berlin reist, wird das Thema der Reformen deshalb vermieden. Einig ist man sich hingegen im gesamten östlichen Verteidigungsbündnis über den Willen zur Abrüstung. Eine Erklärung hält erstmals fest, dass sich der Warschauer Pakt als reines Verteidigungsbündnis versteht. Damit wird die “doppelte Null-Lösung” wieder eine realistische Option – also die beiderseitige Abrüstung, die schon Ziel des Nato-Doppelbeschlusses gewesen war. Tatsächlich unterzeichnen Reagan und Gorbatschow am 8. Dezember einen Vertrag über die Zerstörung aller nuklearen Mittelstreckenraketen. Der Kalte Krieg zwischen Ost und West geht zu Ende.
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