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Adenauer in Griechenland
10. März 1954
Neun Jahre nach Ende der deutschen Besatzung wird Bundeskanzler Konrad Adenauer mit allen offiziellen Ehren in Athen empfangen, und auch die Bevölkerung ist freundlich gestimmt. Regierungschef Marschall Papagos nennt ihn “nicht nur den Repräsentanten der großen deutschen Nation, sondern auch den hervorragenden Staatsmann, der es verstanden hat, sein Land durch alle Schwierigkeiten hindurch zu neuem Leben und zur Eintracht mit der westlichen Welt zu führen”.
In seiner Entgegnung erwähnt Adenauer die “beklagenswerten Ereignisse der Kriegszeit”, die weder aus der deutschen noch aus der griechischen Geschichte ausgelöscht werden könnten. “Sie dürfen aber davon überzeugt sein, dass die Bundesrepublik bestrebt ist, neue Tatsachen zu schaffen, die sich vom Geiste einer unheilvollen Vergangenheit bewusst abheben.” Später übergibt Adenauer Königin Friederike einen Scheck für den Wiederaufbau der von deutschen Truppen zerstörten Ortschaft Kalavrita.
Neben den offiziellen Besprechungen und Ehrungen stehen zahlreiche Besichtigungen auf dem Programm, mit denen sich Adenauer seinen Jugendtraum erfüllt, “einmal im Leben das Land des alten Hellas” zu sehen. Unter anderem befährt er zwei Tage lang auf der königlichen Yacht “Agamemnon” die Ägäis. Den Weg vom Hafen der Vulkaninsel Santorin hinauf zum 300 Meter hoch gelegenen Hauptort legt er auf die übliche Weise mit dem Esel zurück; bei dieser Gelegenheit entsteht das bekannte Foto Adenauers auf dem Rücken eines Maultiers. Nach der Griechenland-Reise besucht der Kanzler noch die Türkei und Italien.
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