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“Bischofferode ist überall” – Protest in Thüringen
7. April 1993
Die 700 Kumpel der Thomas-Müntzer-Zeche im thüringischen Bischofferode besetzen ihre eigene Grube. Seit 84 Jahren wird dort Kali abgebaut. Damit soll Ende des Jahres Schluss sein, wenn es nach der BASF-Tochter “Kali+Salz” geht, die den Betrieb kaufen möchte. Die Westdeutschen wollen die Konkurrenz aus dem Osten ausschalten und ihr Monopol behalten, vermuten die Kumpel. Mit Demonstrationen, Mahnwachen und Unterschriftensammlungen führen sie einen Arbeitskampf, der im ganzen Land Aufsehen erregt.
Prominente Unterstützung erhalten sie von DDR-Künstlern wie den Puhdys und Veronika Fischer. Ihr Slogan “Bischofferode ist überall” wird von den Medien schnell verbreitet. Nachdem die Treuhand der Übernahme des Betriebs zugestimmt hat, treten die Bergleute in den Hungerstreik. Die Schließung der Zeche können sie damit nicht verhindern, und nach 45 Tagen geben sie auf.
Aber der medienwirksame Protest bringt ihnen nicht nur landesweit Sympathien, sondern auch beträchtliche Zugeständnisse: zwei Jahre lang die volle Lohnfortzahlung samt einer Abfindung und umfangreiche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Die Stadt Bischofferode erhält ein großes Gewerbegebiet.
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