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Botschaftsflucht macht Schule

20. Januar 1984

Kurz nach 11 Uhr am 20. Januar 1984 flüchten fünf Männer und eine Frau in die US-amerikanische Botschaft in Ost-Berlin. Zwei von ihnen, Bernd Apel und Jörg Hejkal, haben Haftstrafen wegen Republikflucht hinter sich, das Ehepaar Daniel und Petra Klingenberg und der Student Bernd Macke versuchen seit Jahren vergeblich, auszureisen. Nun wollen sie ihre Übersiedlung in den Westen erzwingen und ersuchen in einem Brief an US-Präsident Reagan politisches Asyl. Das Botschaftspersonal reagiert verunsichert. Es informiert den ständigen Vertreter der Bundesrepublik, Hans Otto Bräutigam, der den DDR-Rechtsanwalt Wolfgang Vogel hinzuzieht.

Weil die DDR hohen diplomatischen Besuch aus Frankreich und Kanada erwartet und Aufsehen vermeiden will, erreichen die Flüchtlinge schon nach zwei Tagen ihr Ziel. Ihr Beispiel löst eine Nachahmerflut aus. Am 24. Februar sucht eine Nichte des ehemaligen DDR-Staatsoberhauptes Willi Stoph mit ihrer Familie Zuflucht in der westdeutschen Botschaft in Prag, wo bereits rund 25 Personen das Gleiche getan haben. Im Juni gleicht die Ständige Vertretung in Ost-Berlin einem Flüchtlingslager und muss geschlossen werden.

´Mehr zur Entwicklung in der DDR bis Ende der 1980er Jahre bei der Bundeszentrale für politische Bildung

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Kommentare

Karl-Heinz Abel:

21. April 2009 08:14

Als damaliger abgeordneter Sicherheitsbeamter bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR kommen mir bei den Aufnahmen immer wieder Erinnerungen in den Sinn. Ich fühle mich dabei schnell zurückversetzt in diese Zeit. Ich erinnere mich dabei an ehemalige Kollegen dort und vor allem an verschiedene Ereignisse während meines Aufenthaltes an und in der StäV.
Der Beitrag ist sehr gut gelungen, wobei bei den Darstellungen der Zahlen (z.B. Aufenthalt von ca. 30 Personen in der Eingangsschleuse) meine Erinnerungen doch etwas abweichen, zumal ich dort im Büro an der Schleuse meinen Dienst versehen habe.
Trotz allem sollte solch eine geschichtliche Darstellung, wie hier bei „60 x Deutschland“ als besonders wertvoll anzusehen sein, da doch einige Zeitzeugen verschiedene Episoden unterstützend bestätigen.

Gabriele Grahn:

21. April 2009 15:28

Frau Abel ist meine Schwester. Ich kann mich noch sehr genau an diese Zeit erinnern. Es ist bewegend, die damalige Situation und die Konsequenzen für unsere gesamte Familie wieder aus der Erinnerung hervor zu „kramen“. Es war auch ein sehr schwerer Abschied damals, als Sie sich von Allen verabschiedete und wir nicht wußten, ob und wann wir uns je wieder sehen werden. Wir haben alle ein enges Verhältnis zu unserer Familie. Wir hatten ja erst bei der Ausstrahlung in der Tagesschau erfahren, dass unsere Schwester dort war. Es ist ein sehr interessanter Rückblick auf die vergangenen 60 Jahre Deutschland und ich kann auch meinem Schwager beipflichten; Es ist eine wertvolle Darstellung unserer Geschichte.

Inge Albrecht:

22. April 2009 12:34

Ich bin eine, der von Ihnen benannten Freundinnen, die mit Silvia Abel in die Botschaft geflüchtet sind. Nur Silvia kam aus Sachsen, wir beiden anderen sind Berlinerinnen gewesen.
Speziell zu dieser Botschaftsflucht habe ich in Zusammenarbeit mit dem WDR einen 60 minütigen Dokumentarfilm gedreht mit dem Titel „Wir sind doch kein Hotel – Fluchtort Botschaft“. Dort kommen viele Flüchtlinge, Politiker und auch der ehemalige Unterhändler der DDR Rechtsanwalt Vogel zu Wort.

Roger Seidel:

1. Mai 2009 19:58

Nach 25 Jahren sehe ich zum ersten Mal diesen Film.
Naja Ausreise nach wenigen Tagen ist relativ, bei mir war es der 28.Dezember 84.
Nach dem wir beschlossen hatten, das Gebäude zu verlassen, bin ich bewusst nach vorn(2.) gegangen.
Die Angst der Kommunisten vor freier Presse und Rundfunk war doch größer als vor diplomatischen Verwicklungen.
Da mich viele erkannt hatten, war die Wirkung auch entsprechend.
Partei und Stasi waren blamiert und reagierten zunächst 3 Wochen überhaupt nicht und dann waren die Brüllaffen von gestern plötzlich höflich bis zur Lächerlichkeit und garantierten mir die Ausreise bis Ende 84.
Beim Verlassen des Rates des Kreises(Abteilung Inneres) platzte doch noch einen der Schergen der Kragen und er rief mir nach:“Sie werden in ihre Freiheit kommen und da Verhungern!“
Da war ich mir sicher, das ich gewonnen habe.

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