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Ein Panzer-Bus durchbricht die Grenzsperren

26. Dezember 1962

Ein mit Panzerplatten gesicherter Bus durchbricht gegen fünf Uhr morgens am Autobahn-Übergang Dreilinden die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin. Die DDR-Grenzsoldaten eröffnen das Feuer auf das über 20 Jahre alte Fahrzeug, acht Einschüsse werden später gezählt. Von den acht Insassen – zwei Familien mit je zwei Kindern aus Südsachsen – werden zwei durch splitterndes Fensterglas leicht verletzt. Als Fluchtgrund nennt Wolfgang Weidner, ein kriegsversehrter 40-jähriger Fuhrunternehmer: “Ich habe Tag und Nacht gearbeitet, um vorwärts zu kommen, aber immer wieder waren Hindernisse da.” Auch sei die Versorgungslage immer schlechter geworden. Außer den beiden Familien flüchten sechs weitere Personen während der Weihnachtstage in den Westen. Insgesamt überwinden in diesem Jahr 5761 Personen die Mauer und die innerdeutsche Grenze, weitere 10.980 fliehen über Drittländer.

RIAS-Reportage über die Flucht im gepanzerten Bus und weitere historische Dokumente auf www.chronik-der-mauer.de

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