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Chruschtschow-Rede weckt Forderungen nach Reform

25. Februar 1956

Josef Stalin war ein Diktator – das gibt der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow auf dem 20. Parteitag der KPdSU in einer Geheimrede zu.  Als der Inhalt der Rede nach und nach an die Öffentlichkeit gelangt, erlebt die DDR wie schon nach dem Tod Stalins drei Jahre zuvor, ein kurzes politisches „Tauwetter“. Nachdem Chruschtschow dem toten Diktator dessen Verbrechen und Fehler angelastet hatte, rückt auch der um seine Macht bangende Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht öffentlich von Stalin ab.

Die beginnende Entstalinisierung der DDR weckt Forderungen nach Reformen, es kommt zu Protesten, Streiks und innerparteilichen Machtkämpfen. Der Philosoph Wolfgang Harich veröffentlicht die „Plattform für einen besonderen deutschen Weg zum Kommunismus“, in der die Demokratisierung der SED, Meinungsfreiheit und eine teilweise Reprivatisierung der Wirtschaft gefordert werden. Besonders in kirchlichen und universitären Kreisen gibt es ebenfalls vorsichtige Forderungen nach Demokratisierung.

Doch der inzwischen ausgebaute Unterdrückungsapparat der DDR bringt diese schnell zum Schweigen, zu einem Aufstand wie in Ungarn kommt es nicht. Harich und sein Vorgesetzter im Aufbau-Verlag, Walter Janka, werden Ende des Jahres verhaftet und beschuldigt, einen „konterrevolutionären Umsturz“ betrieben zu haben. Sie werden in Schauprozessen zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Und spätestens, als Walter Ulbricht Anfang 1958 die Politbüro-Mitglieder Karl Schirdewan und Ernst Wollweber demonstrativ fallen lässt, hat er das Heft wieder fest in der Hand.

Essay von Wolfgang Leonhard zur bedeutsamsten Rede des Kommunismus bei der Bundeszentrale für politische Bildung

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Kommentare

Gernot Bekemeier:

14. März 2009 10:44

Chrustschow hielt seine Geheimrede auf dem 20. Parteitag der KPdSU nicht dem der SED. Ich habe mir die Rede seinerzeit aus Hamburg nach Westberlin schicken lassen und im August 1961 verbrannt, weil ich Hausssuchung befürchtete.

wolfram.leytz:

14. März 2009 10:51

Danke für den Hinweis. Ist korrigiert. W.Leytz Projektredaktion 60xD.

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