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Contergan – Katastrophe für Tausende

27. November 1961

Nach dringlichen Hinweisen von Ärzten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Schlafmittel Contergan und sich häufenden Missbildungen bei Neugeborenen startet der Hersteller, die Chemie Grünenthal GmbH, eine Rückrufaktion. Das Mittel war seit 1957 rezeptfrei verkauft worden und wurde als “Schlafmittel des Jahrhunderts, unschädlich wie Zuckerplätzchen” beworben.

Zwar registrieren die Ärzte, dass sich Missbildungen an den Gliedmaßen Neugeborener häufen, doch werden diese zunächst als Folgen von Atomtests oder auch Spätfolgen des Weltkrieges gedeutet. So kommen schließlich weltweit etwa 10.000 contergangeschädigte Kinder auf die Welt, davon gut die Hälfte in Deutschland. Grünenthal muss sich wegen fahrlässiger und vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Der Prozess wird 1970 eingestellt, nachdem sich das Unternehmen mit den Opfern auf die Gründung einer Stiftung und die Zahlung lebenslanger Renten geeinigt hatte.

Fünfzig Jahre später sind noch 2800 Contergangeschädigte am Leben und leiden nicht nur an ihren Missbildungen, sondern auch an chronischen Folgeerkrankungen. Viele von ihnen fühlen sich vernachlässigt und von der Contergan-Rente nicht ausreichend versorgt. Und sie warten noch immer auf eine überzeugende Geste der Entschuldigung von Grünenthal. Doch im Gegenteil: Im Jahr 2007 versucht das Unternehmen, die Ausstrahlung des ARD-Zweiteilers “Contergan” mit juristischen Mitteln zu verhindern.

Mehr zum Thema: Contergan-Dossier des WDR

Wie können Verbraucher heute besser geschützt werden? Mehr dazu bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

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Kommentare

Bernd Schneider:

19. März 2009 10:56

Tja, was soll ich als Betroffener groß dazu sagen?
Gemessen an anderen europäischen Ländern ist die finanzielle Entschädigung ein Witz ( siehe UK, Schweden). Die früheren Lizenznehmer von Gruenenthal haben sich Ihrer Verantwortung besser gestellt als der tatsächliche Verursacher. Mit dem Vergleich von 1970 hat die Bundesrepublik für die deutschen Opfer die Verantwortung übernommen und kommt dieser nicht nach. Erst letztes Jahr wurden mit der Rentenverdopplung erste Schritte unternommen. Aber bis auf Herrn Kurth von den Grünen hat ja keiner der Parlamentarier mit einem Opfer gesprochen. Wir wollen keine finanzielle HILFE. Wir wollen ENTSCHÄDIGUNG für unmittelbar an UNS verursachte Schäden, welche hätten, wenn auch nicht alle, so doch ab 1960 vermieden werden können, wäre das Medikament früher vom Markt genommen worden.

Ich frage mich, wie die Entschädigungsregelung in den USA ausgesehen hätte.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Schneider

Hergith:

19. März 2009 11:06

Die Rentenerhöhung war lieb gemeint! “Immerhin etwas”, sagen die meisten Contergangeschädigten zur Erhöhung, weil sie damit die allernotwendigsten Kosten abdecken können, die monatlich so anfallen. Alle Vierfachgeschädigten Conterganopfer, die ständig auf Personen angewiesen sind, die sie pflegen, unterstützen, assistieren und begleiten haben aber einen viel höheren Bedarf an Entrschädigung. Es heisst zwar, diese Kosten werden per Antrag übernommen, aber wegen Sparmassnahmen werden notwendige Hilfsmittel, Unterstützungen sofort abgelehnt und die Pflege wird nur im häuslichen Bereich übernommen. Wer seine Wohnung verlassen will kriegt nur einen kleinen Betrag an sogenannter Eingliederungshilfe. Wer auf Hilfe angewiesen ist, kann keine Kosten einsparen, die Assistenz wird immer teurer, doch das Pflegegeld wurde noch niemals erhöht. In Zukunft müssen die am schwersten betroffenen Contergangeschädigten isoliert daheim rumsitzen, selbst ein Computer wird ihnen nicht als Hilfsmittel finanziert, und können trotz Rentenverdoppelung Däumchen an ihren Stummelhänden drehen.

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