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Die 10.000 kehren heim
7. Oktober 1955
Als erste Spätheimkehrer aus der Sowjetunion kommen in den Nachtstunden des 7. Oktobers 24 Insassen des Generalslagers Woikowo im Aufnahmelager Friedland an. Acht weitere waren in Fürstenwalde ausgestiegen, um zu ihren Heimatorten in der DDR weiterzureisen. Ihre Freilassung verdanken sie den Verhandlungen während des Moskaubesuchs von Konrad Adenauer im September. Wie alle bis 1955 in der Sowjetunion Festgehaltenen waren auch die Generäle zu langen Arbeitslagerstrafen verurteilt worden, zum größten Teil unter willkürlichen Umständen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt General Walther von Seydlitz, der sich nach seiner Gefangennahme im “Nationalkomitee Freies Deutschland” gegen das Naziregime engagiert hatte und dafür von vielen als Verräter betrachtet wird. Zwei Tage später treffen die ersten 600 ehemaligen Wehrmachtsangehörigen niedrigerer Dienstgrade in ihrer Heimat ein und werden von zehntausenden Menschen empfangen. Zusätzlich zu den 10.000 Kriegsgefangenen werden noch 20.000 Zivilinternierte freigelassen. Der dramatische Empfang der Gefangenen, deren Schicksal die Öffentlichkeit jahrelang bewegt hatte, brachte Adenauer auf den Höhepunkt seiner Popularität.
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