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Die D-Mark wird zur DDR-Währung
1. Juli 1990
“Kommt die D-Mark bleiben wir, kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr” – das war 1989/90 auf zahlreichen Transparenten von Demonstranten in der DDR zu lesen. Diese Forderung wird nun umgesetzt: Alle wiederkehrenden Zahlungen werden im Kurs 1:1 von DDR-Mark in D-Mark umgestellt. Sparguthaben werden je nach Alter des Kontoinhabers bis zu einer maximalen Höhe von 6000 Mark ebenfalls 1:1 umgetauscht. Für darüberliegende Beträge gilt ein Kurs von 2:1.
Die schnelle Währungsumstellung wird von den Regierungen Kohl und de Maizière damit begründet, dass eine schrittweise Vereinigung der beiden deutschen Volkswirtschaften die Chancen auf eine staatliche Einheit gefährden würde. Andererseits gibt es viele Warnungen vor den Folgen der schnellen Wirtschafts- und Währungsunion, die sich nur allzu bald bewahrheiten sollten: Die DDR wird von Westprodukten überschwemmt, während die Erzeugnisse der eigenen Wirtschaft zu den neuen D-Mark-Preisen nicht konkurrenzfähig sind.
Es kommt zu einer beispiellosen Depression. In der zweiten Jahreshälfte schrumpft die ohnehin schon gebeutelte ostdeutsche Wirtschaft um 40 Prozent im Vergleich zum halben Jahr vor der Währungsunion. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit wachsen rapide. Zusammen mit der hastigen Privatisierung der DDR-Betriebe sorgt die schnelle Währungsunion für eine Schwächung der ostdeutschen Wirtschaft, die auch 20 Jahre später noch nicht überwunden ist.
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