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Die erste gesamtdeutsche Wahl
2. Dezember 1990
Die Bundestagswahl steht ganz im Zeichen der zwei Monate zuvor vollzogenen deutschen Einheit. Das Regierungslager unter Kanzler Helmut Kohl profitiert von den Ereignissen der Vormonate und der Verheißung “blühender Landschaften”. Die Union kommt auf 43,8 Prozent, die FDP erreicht elf Prozent. SPD-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine kann mit seinen kritischen Fragen nach den Kosten der Einheit für seine Partei nur 33,5 Prozent der abgegebenen Stimmen für sich verbuchen.
Eine vom Bundesverfassungsgericht durchgesetzte Besonderheit dieser Wahl ist, dass die Fünf-Prozent-Klausel nach altem und neuem Bundesgebiet getrennt angewendet wird. Das Bündnis 90/Die Grünen kommt zwar nur auf ein gesamtdeutsches Ergebnis von 3,8 Prozent, erhält aber dank der 6,2 Prozent im Osten acht Sitze. Gleiches gilt für die PDS, die im Westen 0,3 Prozent, im Osten aber 11,1 Prozent erzielt und damit 17 Mandate erreicht. Die erste freie gesamtdeutsche Wahl seit dem 6. November 1932 ist auch eine Premiere für die West-Berliner Wahlberechtigten: Erstmals entsenden sie direkt voll stimmberechtigte Vertreter in den Bundestag.
Ergebnisse und Wahlkampfthemen der Bundestagswahlen bei der Bundeszentrale für politische Bildung
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