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Die Finanzwelt beerdigt den Neuen Markt
26. September 2002
Am 10. März 1997 hatte die Deutsche Börse ein neues Segment aufgelegt, einen eigenen Index für Wachstumswerte in Wachstumsbranchen, überschrieben mit “Neuer Markt”. Im ersten Jahr schaffen 17 Gesellschaften hier das Listing, 1999 sind es 140 Firmen, Ende 2000 ist dann der höchste Stand erreicht: 343 AGs gehören nun zum “Neuen Markt”.
Aber da hat der Niedergang schon begonnen: Unternehmen werden ausgeschlossen, Kursprognosen müssen stark korrigiert werden, es kommt zu Pleiten. Kurz vor der 10.000er-Marke gestoppt, kennt der Index dann nur noch eine Richtung: nach unten. Das beste Beispiel für die schlechte Stimmung und das tiefe Misstrauen der Anleger ist Mitte des Jahres der Kurs der Telekom: Vom einstigen Höchstwert 100 Euro geht es hinab bis weit unter den Ausgabekurs in die Nähe der Zehn-Euro-Marke. 13 Millionen Anleger müssen mit der “Volksaktie” den harten Börsenweg nach unten gehen.
Neben dem Neuen Markt wird auch der SMAX geschlossen, der es gar nur auf eine dreieinhalbjährige Existenz schaffte. Alles, was diesen Indizes gefehlt hatte, will die Börse 2002 korrigieren, insbesondere die Transparenz und die Berichterstattung über Unternehmensentwicklungen und Geschäftsverläufe sollen von nun an über das Listing entscheiden. Millionen Anleger haben da allerdings schon Milliarden an Euro verloren.
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