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Jubel und Ablehnung: Die Rückkehr der Dietrich
30. April 1960
15 Jahre nach dem letzten Besuch in ihrer Geburtsstadt landet Marlene Dietrich in Berlin. Damals hatte sie als Truppenbetreuerin eine amerikanische Uniform getragen, mit dem nationalsozialistisch gewordenen Deutschland wollte sie schon vor dem Krieg nichts mehr zu tun haben. Dietrich bleibt bei ihrer distanzierten Haltung: “Ich habe mein Heimatland aufgegeben, weil ich mich seiner schämte. Meine Heimat ist dort, wo meine Familie ist, und meine Familie ist in Amerika.”
“Ich singe hier, weil Singen mein Geschäft ist”, erklärt sie. Am 3. Mai singt sie im Titania-Palast, vor der Tür sind einige “Marlene hau ab”-Schilder zu sehen. Das sind nur einige von vielen Stimmen, die in diesen Tagen die Dietrich angreifen: “Die USA und die Bundesrepublik waren längst wieder Freunde, als Marlene Dietrich noch immer ihren Privatkrieg führte gegen das ohne Not aufgegebene Vaterland”, hatte etwa die “Kölnische Rundschau” geschrieben.
Ohne die befürchteten Zwischenfälle legt die Dietrich einen begeisternden Auftritt hin und erhält viel Beifall. Die Deutschland-Tournee wird für Marlene zum Triumph. Dann wird sie in Düsseldorf von einer jungen Frau, die ihr “Verrat im Krieg” vorwirft, tätlich angegriffen, später auf der Bühne trifft sie ein Ei. Daraufhin erklärt sie, nie wieder in Deutschland auftreten zu wollen – was sie nicht einhält. Sie stirbt 1992 und wird in Berlin beerdigt. 2001 wird sie posthum mit der Ehrenbürgerwürde geehrt.
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