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Hatun Sürücü – wegen der Familienehre ermordet
7. Februar 2005
Hatun Sürücü ist Berlinerin, 1975 wird sie dort geboren. Mit sechzehn wird Sürücu in die Türkei verheiratet. Von ihrem Mann trennt sie sich schnell und kehrt nach Deutschland zurück. Mit ihrem Sohn lebt sie in Berlin-Tempelhof, hat viele Bekannte und Freunde. Am 7. Februar wird sie an einer Bushaltestelle erschossen.
Sehr schnell fällt der Verdacht auf ihren jüngsten Bruder. Seiner Freundin vertraute sich der 18-Jährige später an, erzählt ihr, wie zwei ältere Brüder die Tat geplant und ihn als Schützen ausgewählt hatten. Der Grund: Der junge Mann fällt noch unter das Jugendstrafrecht. Vor Gericht gesteht er, seine Schwester mit drei Kopfschüssen getötet zu haben und entlastet seine Brüder. Das Motiv der Tat: ein “Ehrenmord”, bei dem die Familie die Tochter tötet, weil sie nicht nach ihren Vorstellungen von Ehe und Familie lebte.
Der Mord an Sürücü löst eine Debatte in der Öffentlichkeit und Politik aus, denn er ist nicht der erste “Ehrenmord” in Deutschland. Wie soll man mit Einwanderern umgehen die sich abschotten, wie mit den Tätern und wie kann man den jungen Frauen helfen?
Die beiden älteren tatverdächtigen Brüder werden aufgrund von Mangeln an Beweisen frei gesprochen. Noch bevor die Freisprüche vom Bundesgerichtshof aufgehoben werden, flüchten sie in die Türkei.
Informationen über die Türkische Minderheit bei der Bundeszentrale für politische Bildung
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