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G8-Gipfel im abgeriegelten Heiligendamm
6. Juni 2007
Die Tagungsorte der G8-Gipfel gleichen immer mehr temporären Festungen. In Heiligendamm bei Rostock schützt eine Sperrzone die Regierungschefs der führenden Wirtschaftsnationen und weitere Konferenzteilnehmer. Unter dem Motto “Wachstum und Verantwortung” arbeiten sie an der Gestaltung der Weltwirtschaft.
Ein hoher stacheldrahtbewehrter Zaun über zwölf Kilometer Länge sowie mehrere tausend Polizisten und Soldaten sperren zu Land, zu Wasser und in der Luft potentielle Störenfriede aus – darunter zahlreiche Globalisierungskritiker, kirchliche Gruppen und Naturschutzvereinigungen. Um den Nobelort herrscht kilometerweit ein Versammlungsverbot. Das heizt den Zorn auf zahlreichen Protestveranstaltungen rund um den Gipfel erst recht an. Der Einsatz von Tornado-Kampfflugzeugen zur Ausspähung von Zeltlagern der Demonstranten löst besondere Empörung aus.
Nach zwei Tagen werden die Ergebnisse des Gipfels verkündet. Als großer Erfolg gilt, dass sich die Teilnehmer zur Reduzierung der CO2-Emissionen durchringen konnten. Auf diesen Punkt hat Gastgeberin Angela Merkel besonderen Wert gelegt. Doch die Entscheidung ist eine bloße Absichtsbekundung. International präsentiert sich Deutschland auch nach dem Ende der Gespräche als Vorkämpfer für den Umweltschutz. Schließlich kommen im Dezember auf der Weltklimakonferenz in Bali verbindliche Ergebnisse zustande. Gegen zähen amerikanischen, aber auch indischen Widerstand wird beschlossen, dass sich die Welt bis 2009 auf konkrete Emissionsreduktionen einigen muss.
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