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Gladbeck: Geiseldrama vor Kameras
16. August 1988
Ein missglückter Banküberfall entwickelt sich zur dramatischsten Geiselnahme der deutschen Geschichte. Die Bankräuber Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner entdecken bei ihrer Flucht aus einer Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck-Rentfort die Fahrzeuge der alarmierten Polizei. Um ihren freien Abzug zu erzwingen, nehmen sie zwei Angestellte als Geiseln. Einen Tag später bringen sie – inzwischen in Bremen – einen Linienbus in ihre Gewalt.
Während sich die Pannen bei der Polizei häufen, schalten sich immer mehr Reporter in das Geschehen ein. Sie interviewen die vorbestraften Kriminellen ebenso wie die Geiseln und führen selbständig Verhandlungen. Nachdem eine Freundin von Rösner sich dem Duo angeschlossen hat und verhaftet wird, erschießt ein Gangster einen Fahrgast im Bus, den fünfzehnjährigen Italiener Emanuele de Giorgi. Während der Verfolgung des Busses in den Niederlanden kommt ein Polizist bei einer Kollision mit einem Lkw zu Tode.
Nach 54 Stunden wird das Geiseldrama beendet. Die Gangster sind inzwischen in ein Auto umgestiegen, das in einem riskanten Manöver zum Halten gebracht und beschossen wird. Dabei stirbt eine weitere Geisel, die 18jährige Silke Bischoff, durch eine Kugel aus Rösners Waffe. Der Einsatz der Polizei und das Verhalten der Journalisten lösen breite Kritik aus. Konsequenzen daraus sind der Rücktritt des Bremer Innensenators Bernd Meyer sowie die Änderung des Pressekodex.
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