Bild
Um die Videos ansehen zu können, brauchen Sie das Flash-Plugin ab der Version 9,
das Sie hier kostenlos herunterladen:
Flash-Player Download
Godesberg – Die SPD bricht mit der Tradition
15. November 1959
Bei nur 16 Gegenstimmen verabschieden die 340 Delegierten des Godesberger Sonderparteitages das neue Grundsatzprogramm der SPD. Es wird als spektakulärer Bruch mit der Tradition der 1863 gegründeten Arbeiterpartei empfunden. So lässt das Godesberger Programm den Marxismus unerwähnt und distanziert sich von dem Anspruch, “letzte Wahrheiten” zu verkünden. Es bekennt sich zur Marktwirtschaft und erklärt Gemeineigentum nur in Ausnahmesituationen für wünschenswert. Das nunmehr angestrebte Verhältnis zu den Kirchen, das in der Vergangenheit oftmals gespannt gewesen war, wird als “freie Partnerschaft” definiert.
Diese Neuorientierung entspricht dem sozialen Wandel beziehungsweise dem sinkenden Anteil der Industriearbeiter an der Bevölkerung. Die SPD will deshalb auch Angestellte oder Beamte ansprechen und so von der Klientel- zur Volkspartei werden, um bei Wahlen aus dem “30-Prozent-Ghetto” auszubrechen. Schon 1961 kommt sie auf 36,2 Prozent, 1969 wird Willy Brandt der erste sozialdemokratische Bundeskanzler. Doch kommt von links heftiger Widerspruch gegen das Godesberger Programm: Zwei Jahre nach dessen Verabschiedung verbietet die SPD ihren Mitgliedern die gleichzeitige Zugehörigkeit zum Sozialistischen Deutschen Studentenbund, dem SDS. Die Trennung vom SPD-nahen SDS erweist sich als Vorbote der Stundentenunruhen.
Mehr zum Godesberger Programm bei der Bundeszentrale für politische Bildung
Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion freigeschaltet.
Wir bitten um Verständnis.
Die Kommentarrichtlinien im Detail.





5 mal bewertet







Kommentare