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Helmut Kohl wird Bundeskanzler
1. Oktober 1982
Es ist der erste Sturz eines Bundeskanzlers durch das konstruktive Misstrauensvotum: Nach 13 Jahren endet die Ära der sozialliberalen Koalition, als Helmut Schmidt das Vertrauen des Bundestags verliert. Zwei Wochen lang hatte die SPD mit einer Minderheitsregierung regiert, nachdem die vier Minister der FDP geschlossen zurückgetreten waren. Mit knapper Mehrheit wird der Oppositionsführer und frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl zum Kanzler gewählt. Die kleine FDP bestätigt damit erneut ihren Ruf als Zünglein an der Waage in der politischen Landschaft der Bundesrepublik. Die Abwendung der Liberalen vom bisherigen Koalitionspartner löst wütende Proteste aus, nicht zuletzt in der eigenen Partei. Einige Mitglieder der FDP – darunter Ingrid Matthäus-Maier und Günter Verheugen – treten zur SPD über. Um den Vorwurf des Verrats zu entkräften, veranlasst Kanzler Kohl durch eine verfassungsrechtlich umstrittene Abstimmung Neuwahlen. Er stellt dazu im Bundestag die Vertrauensfrage, bei der sich die meisten Abgeordneten von Union und FDP der Stimme enthalten. Im März 1983 wird die neue Koalition schließlich eindrucksvoll bestätigt.
Biographie von Helmut Kohl bei der Bundeszentrale für politische Bildung
12. Mai 2009 01:49
Ich kann mich noch gut an den 1. Oktober 1982 erinnern, weil ich an diesem Tag damals von Berlin zurück nach Köln gezogen bin und Altbundeskanzler Helmut Schmidt für mich so etwas wie ein Vorbild ist.
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