“Ein einziger Aha-Effekt”
Sandra Maischberger moderiert die Reihe “60xDeutschland”. In einen Interview sprach sie über die Vorbereitung auf diese Aufgabe, über ihre “wichtigsten Ereignisse” in diesen 60 Jahren und darüber, warum Jahrestage wichtig sind.
2009 ist der 60.Jahrestag der Gründung der beiden deutschen Staaten. Sind solche Jahrestage überhaupt noch wichtig?
Ja – gerade dieser Jahrestag ist wichtig! Wir vergessen zu leicht, wie jung diese Republik ist – immer noch.
Ab 2. März können die Nutzer auf www.60xdeutschland.de abstimmen, welches Ereignis aus 60 Jahren deutscher Geschichte für sie von besonderer Bedeutung ist. Was sind Ihre drei Top-Ereignisse und warum?
Ganz langweilig: die drei wichtigsten biografischen Daten Deutschlands – Kriegsende/Gründung, Bau der Mauer, Fall der Mauer.
Eine Reihe von Filmen ist bereits fertiggestellt. Welche Bilder haben Sie bisher am meisten beeindruckt?
Vor allem solche, die ich nicht miterlebt habe: weinende Kriegsheimkehrer 1955; eine junge Mutter, die ihr Baby kurz nach dem Bau der Mauer über die Mauer hält, damit die Oma im Osten es sehen kann; die Durchsuchung von Weihnachtspaketen West beim Zoll Ost, vor laufender Kamera. Und viele Szenen aus dem Alltag in den 50er und 60er Jahren. Ich hatte manchmal das Gefühl, der Welt meiner Eltern dadurch näher zu kommen.
Werden mit der Arbeit an 60xDeutschland auch persönliche Erinnerungen wieder aufgefrischt?
Natürlich! Ab einem bestimmten Datum ist die Serie für mich ein einziger “Aha-Effekt”. Sehr heiter, wenn’s um Äußerlichkeiten geht …
Wie bereitet man sich als Journalistin auf die Moderation einer solchen Sendung vor? Liest man dicke Geschichtsbücher?
Man hört nicht auf, die Kollegen zu verehren, die die dicken Bücher gelesen, die Archive für die Serie durchforstet und die großen und kleinen Momente deutscher Geschichte geschickt zusammengestellt haben. Und dann versucht man, auf deren Arbeit Appetit zu machen, mit möglichst wenigen Worten.
Kann man mit so einem Projekt überhaupt alle Zuschauer bedienen? Muss man nicht für ein jüngeres Publikum andere Darstellungsformen finden als für Ältere?
Dieses Projekt wird ja lange Bestand haben und am Ende alle Zuschauerschichten erreicht haben. Die Jungen im Internet, die Anderen im Fernsehen oder im Hörfunk und alle, die ein schönes und sinnvolles Geschenk suchen – auch für die eigene Bibliothek – mit unserem Buch.












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