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Kandidat Krüger als “ehrliche Haut”
28. Juli 1994
Für die einen ist es eine Denuntiation der Aufbaupolitik im Westen nach der Wende, für die anderen eine bittere Wahrheit, die ausgesprochen gehört, um schließlich auch die Folgen bekämpfen zu können: “Vergessene der Einheit“ seien die Jugendlichen im Osten, sagt Thomas Krüger, Jugendsenator in Berlin. Die ostdeutschen Jugendlichen würden oft einfach schon wegen fehlender Zukunftsperspektiven straffällig. Lehrstellenmangel, fehlende Jobchancen, hohe Arbeitslosigkeit und zu wenig Hilfe im Umgang mit diesen Problemen nennen Studien als Ursachen für die sozialen Probleme und die Kriminalität insbesondere unter den ostdeutschen Jugendlichen.
Es ist Wahlkampf im Sommer 1994. Krüger wirbt für seine Bundestagskandidatur und für seine Positionen provokativ mit einem Wahlplakat, auf dem er nackt zu sehen ist – als eine “ehrliche Haut”. Der beliebte Berliner Lokalpolitiker zieht im Herbst in den Bundestag ein. Noch mit hohen Erwartungen begrüßt, wird es sehr aber bald ruhig um den SPD-Poliker. Er zählt dort zu den nur selten gehörten und zitierten Parlamentariern.
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