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Kennedy steht zu Berlin
5. Juni 1961
In Wien beraten der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow und US-Präsident John F. Kennedy über die Zukunft Berlins. Drei Jahre nach seinem Berlin-Ultimatum kündigt Chruschtschow ein weiteres Mal einen Friedensvertrag mit der DDR an. Bis Jahresende soll der ostdeutsche Staat auf diese Weise die volle Souveränität erlangen und von da an die Zugangswege nach Berlin kontrollieren. West-Berlin soll eine eigenständige “Freie Stadt” werden – ohne alliierte Truppen.
Chruschtschow will die Westmächte dazu drängen, sich an den Verhandlungen zu beteiligen. Sonst müssten sie für ihren Status in Berlin einen Krieg riskieren. Doch Kennedy lässt sich nicht beeindrucken und lehnt Friedensverhandlungen mit der DDR ab. Er beharrt auf den “Three Essentials”: auf der Präsenz westalliierter Truppen in der Stadt, auf dem freien Zugang für diese Truppen und auf der Lebensfähigkeit West-Berlins.
Daraufhin gibt der Sowjetchef seine Zustimmung für den Mauerbau, auf den Walter Ulbricht schon seit Monaten gedrängt hatte: Wenn schon keine Lösung mit den Westmächten möglich war, sollte nun zumindest die DDR stabilisiert werden. Wann genau Chruschtschow dem Mauerbau zustimmte, ist umstritten. Möglicherweise gab er erst wenige Wochen vor dem 13. August grünes Licht, was die berühmte Äußerung Ulbrichts vom 15. Juni erklären würde: “Niemand hat vor, eine Mauer zu errichten.” Dann hätte der DDR-Staatschef die zu diesem Zeitpunkt noch geltende Linie Chruschtschows vertreten.
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