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Angela Merkel wird Kanzlerin
18. September 2005
Die Wahlniederlage der Sozialdemokraten und von Kanzler Gerhard Schröder bei der Bundestagswahl ist nur knapp. Aber die SPD hat verloren und kann die Koalition mit den Grünen nicht weiterführen. Am Wahlabend erkennt Schröder den Wahlsieg der Union allerdings nicht an. In der “Elefantenrunde” – der Diskussion der Spitzenpolitiker der Parteien - zeigt er sich überheblich und als Wahlgewinner. Schröder spricht gar von einem Wahlergebnis, das eindeutig sei: “Jedenfalls eindeutig, dass niemand außer mir in der Lage ist, eine stabile Regierung zu stellen. Niemand außer mir.” Statt der politischen Konkurrenz zur Wahl zu gratulieren und einen harten Oppositionskurs anzukündigen, wie alle Beobachter erwarten, sagt Schröder: “Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel in dieser Sachlage eingeht, in dem sie sagt, sie möchte Kanzlerin werden?” Nach drei Wochen Geplänkel zieht sich Schröder dann zurück, die Große Koalition wird gebildet und Angela Merkel startet die erste Kanzlerschaft einer Frau in Deutschland.
Den Sieg Merkels hatte vor allem Schröder selbst möglich gemacht. Er stellt nach der von der SPD im Mai verlorenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Bundestag am 1. Juli die Vertrauensfrage. Viele SPD- und Grüne-Abgeordnete enthalten sich bei der Abstimmung der Stimme, damit ist der Weg für eine Auflösung des Parlaments und für Neuwahlen frei. Die als Favorit in den Wahlkampf gestartete Union liegt dann am Wahlabend gerade einen Prozentpunkt vor der SPD.
Die deutschen Bundeskanzler – mehr Informationen bei der Deutschen Welle.
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