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Mit schönen Häusern in die Pleite
1. April 1994
Die Geschichte des Jürgen Schneider ist eine Geschichte der Wende, eine Geschichte des Aufschwungs, der Bewunderung und der Frechheit. Schneider handelte schon vor der Wende mit Immobilien. Nach 1989 aber begann sein Aufstieg zum Baulöwen.
Viele seiner neuen Grundstücke und Häuser liegen im Osten, die meisten in Leipzig. Die Geschäftsidee Schneiders besteht darin, Immobilien zu kaufen, zu sanieren und dann mit Gewinn zu vermarkten oder zu verkaufen. Es sind in erster Linie Innenstadtgebäude von stadthistorischer und architektonischer Bedeutung. Mit der Sanierung solcher Gebäude zu Schmuckstücken macht sich Schneider in den Städten, vor allem eben in Leipzig beliebt. Weniger beliebt ist er bald bei Handwerkern und später auch bei den Bankern, weil er Rechnungen und Hypotheken nicht mehr bezahlen kann.
Am 1. April verschwindet er spurlos. Sechs Wochen später wird er in Miami festgenommen. Rund fünf Milliarden DM betragen seine Schulden. Ein Großteil davon entfällt auf die Deutsche Bank. Der damalige Vorstandssprecher der Bank, Hilmar Kopper, macht Schlagzeilen, als er die Millionenverluste der Handwerker als “Peanuts” bezeichnet. Schneider wird wegen schweren Kreditbetrugs zu knapp sieben Jahren Haft verurteilt. Erst vor Gericht wird offenbar, wie sehr Banken und Kommunen versäumt hatten nachzurechnen.
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