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Noch einmal kommen Sudetendeutsche

17. März 1950

Der erste von insgesamt 49 Transporten von Sudetendeutschen erreicht Furth im Wald. Sie bringen die letzten der ehemals über drei Millionen in der Tschechoslowakei lebenden Deutschen in die Bundesrepublik. Nach den “wilden” Vertreibungen des Jahres 1945 und dem – von den Alliierten so genannten – “planmäßigen Abschub” ab 1946 leben immer noch zehntausende Deutsche in Polen und in der CSSR, von denen viele von ihren Familien getrennt worden sind.

So beantragt die Bundesregierung bei der Alliierten Hohen Kommission die Ausreise von 45.000 Deutschen zu ihren Verwandten in der Bundesrepublik. Die Amerikaner handeln daraufhin ein Abkommen mit der Tschechoslowakei aus, die Briten mit Polen. Bis April 1951 kommen knapp 17.000 Sudetendeutsche nach Westdeutschland, aus Polen reisen etwa 44.000 Menschen aus.

Mehr zur Vertreibung bei der Bundeszentrale für politische Bildung

Flucht und Vertreibung – mehr bei Planet Wissen des WDR

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Kommentare

Anonymous:

3. März 2009 15:47

Meine halbe Familie besteht aus Kriegsvertriebenen, eine Oma kommt auch aus dem Sudetenland, also dem heutigen Tschechien.
Sie erzählt oft wie schrecklich sie dort behandelt worden sind.
Dann stell ich mir immer die Frage: Rechtfertigt getanes Unrecht erneutes Unrecht?
Wohl nicht.
Zudem darf bei der Diskussion auch nicht vergessen werden, wie die Sudetendeutschen vor dem Anschluss an das Nazi-Recht behandelt wurden.
Sie wurden extremst diskriminiert, durften nicht einmal ihre eigene Sprache sprechen.
Sicher haben die Tschechen unter dem Nazi-Reich auch eine schwere Zeit gehabt, aber sie waren es ja auch, die die Deutschen zuvor extremst diskriminiert haben.
Deswegen kommt mir die Vertreibung “nur” als Kriegsfolge schon etwas eigenartig vor, da die Sudetendeutschen ja auch vorher schon massivst von den Tschechen diskriminiert wurden.

Hans Bäuml:

3. März 2009 20:24

Am 6.6.45 wurden wir aus der ehem.freien Reichstadt Eger vertrieben.Mitten auf der Strasse mussten wir gehen. Auch die Großmutter, obwohl mein Onkel ein ehem.tschechischer Bahnbeamter im hohen Dienst den bewaffneten Militärpolizisten, der sich selbst dazu ernannt hatte, weil er ein geladenes Gewwehr trug.Meine Eltern habe eich niemehr gesehen, ihre Gräber sisnd eingeebnet.
HJeute pflegt eine tschecchische Altenpflegerin meine Ehefrau, die Muttermeier 4 Kinder.
Ein Ausgleich der Gerechtigkeit ?

Peter:

3. März 2009 21:04

Meine Mutter und ihr Bruder haben sich durch dieses schreckliches Ereignis 44 Jahre nicht mehr gesehen. Wie sie raus mussten (1947), lebte meine Mutter nicht mehr bei ihrem Bruder weil ihre Mutter gestorben war und ihr Vater noch im Kriegsgefangenschaft war. Meine Mutter gelangte dadurch in den Westen und mein Onkel im Osten.
Und genau wie Anonymous schreibt haben die Sudetendeutschen vor wie nach dem Krieg schreckliches mitgemacht und viel (nur) gearbeitet.

bernd vater:

3. März 2009 21:21

meine eltern sind vertriebene aus dem sudetengau. nach ihren berichten kann ich nur sagen:
KEIN VERGEBEN-KEIN VERGESSEN!!!

Korsch:

4. März 2009 11:44

In der kommunistischen Zeit hat man in Tschechien Schülern erklärt, die Deutschen seien erst mit Hitler gekommen. Das ist nach wie vor das Problem der Sudetendeutschen, denn auch in unseren Medien wird die Zeit davor meist ausgeklammert oder verkürzt wiedergegeben, ohne jene zu fragen, die diese Zeit persönlich erlebt haben.

Josef Schuh:

4. März 2009 12:52

Der Unterschied:
Die deutschen Verbrechen an anderen Völkern waren staatlich veranlaßt
und wurden im Staatsdienst vorgenommen.
Die Vertreibungsverbrechen an den Deutschen geschahen durch qualsüchtige
und mordgierige Einzeltäter.

Josef Schuh:

4. März 2009 13:15

Thema Erneutes Unrecht:
Wenn mein Auto gestohlen wird, muß es der Dieb zurückgeben, sofern ich
weiß, wer er ist. Wenn er es weiterverkauft hat, muß es der Hehler zurückgeben,
selbst wenn er es gutgläubig erworben hat. Das ist Recht, kein erneutes Unrecht.
Wer anders redet, dem muß man sagen: “Die Trauben sind dir zu sauer”.

Mauerkind:

4. März 2009 17:23

Ich finde die Diskussion über Kriegsverbrechen im Staatsdienst oder in Verantwortung Einzelner ein Fass ohne Boden. Kriegsverbrechen sind Verbrechen und Unrecht ohne Wenn und Aber. Das deutsche Volk leidet noch in nachfolgenden Generationen genauso wie andere Völker an den Missetaten.

Heute gibt es die Bundesrepublik Deutschland. Darauf sollten wir stolz und froh sein, nachdem was unsere Eltern und Grosseltern getan haben – ob bewusst oder nur weggeschaut. Gleichzeitig möchte ich bei derartigen Diskussionen auch mal auf die sorbische Minderheit in Deutschland hinweisen und wie wir selbst damit umgehen.

Mike:

9. März 2009 06:17

Es ist Unrecht und bleibt Unrecht was damals geschehen ist.Es kann nicht sein das Deutschland für seine Dinge bestraft wurde und andere davon kommen.Bis zum heutigen wurden doch die Deutschen nie für dieses Unrecht richtig entschädigt.Mit welchen Recht mischen sich andere Länder ein,wenn Deutschland ein Vertriebenenzentrum errichten will,anderen Dingen wurden auch ein Denkmal errichtet.Aber wir Deutschen nehmen ja seit Jahren alles hin was ander sagen oder auch behaupten.Selbst für Verbrechen an das Deutsche Volk ist doch niemand so richtig zur Verantwortung gezogen worden,aber ander führen über Deutsche Schauprozeße.Und so kann man noch über viele Dinge diskutieren,es bleibt jedenfalls ein Unrecht was währnd der vermeintlichen Befreiung und auch danach geschehen ist.

Wolfgang:

10. März 2009 15:44

Wir alle sollten in die Zukunft blicken. Fast jede Familie hat Leid erfahren. Fast jede Familie hat Leid zugefügt.

RW:

11. März 2009 18:31

Wenn man Beiträge liest, die wie die von “Mike” liest oder den mit den Worten “KEIN VERGEBEN-KEIN VERGESSEN!!!” enden wie der von “Bernd Vater” kann einem eigentlich nur mehr das alte Liebermann-Zitat einfallen: “Man kann jar nich’ so viel fressen, wie man kotzen möchte.” Revisionistischer kann man wohl kaum argumentieren. Die Vertreibungen der Sudentendeutschen mögen Unrecht gewesen sein; sie waren mit Sicherheit für jeden, der es am eigenen Leibe erlebt hat unendliches Leid. Die Vertreibungen erfolgten jedoch in einer Periode großer Instabilität, in der sich die zwischen 1939 und 1945 unterjochten Völker Osteuropas erst einmal selbst finden und definieren mussten. Sie sind es gewesen, die zuerst und am meisten unter den deutschen Einmärschen gelitten haben. Ihre Soldaten sind auf Grund der Untermenschen-Doktrin Nazideutschlands nicht einmal wie Kriegsgefangene behandelt worden. Dass sich nach ihrer Befreiung der Volkszorn entladen hat, hat wohl auch unter damals in den Ostgebieten wohnenden Deutschen kaum jemanden verwundert. Nun, nach fast 65 Jahren noch das Vergeben und Vergessen abzulehnen, zeugt von mangelndem Geschichtsbewusstsein und einem törichten politischen Blick. Es mag denen, die selbst vertrieben worden sind, schwer fallen, zu vergeben. Für alle Nachgeborenen sollte die Geschichte irgendwann auf sich beruhen.

Monne:

25. März 2009 19:25

Bravo “Mike”,für Ihren Bericht zur Vertreibung-9.3.09 -6,17.Sie trafen voll ins Schwarze.Ich bin Betroffener und Zeizeuge und war schwersten Drangsalen, nur weil ich Deutscher war, ausgesetzt.Josef Schuh sollte, bevor er einen Quatsch-Bericht verzapft (4.3.09), sich zuerst schlau machen. Nun, er hat sich damit ab-qualifiziert. Außerdem sollte die Redaktion ihrer Prüfungspflicht besser nachkommen, bevor sie veröffentlicht. Nichtwissen sollte vermieden werden.

karsten:

27. März 2009 09:06

Lieber Mike,

meine Großnutter ist 1945 mit 4 kindern auf dem Landweg aus Königsberg geflohen. Im Verlauf der Flucht ist sie sowohl durch sowejetische als auch durch polnische Gefangenlager durchgereicht worden, bevor sie 1948 in Neuenbrook (Schleswig-Holstein) ankam. Dabei hat auch meine Großmutter viel Leid erfahren und viel Leid gesehen.
Aber was mich am meisten beeindruckt hat, war ihre Einstellung:

“Es ist unendlich traurig, die Heimat verlassen zu müssen. Es ist unfassbar traurig, was Menschen ihresgleichen antun können. Aber der gedanke, das man eines Tages wieder zu Besuch nach Huase fahren kann, mehr will ich nicht. Und all die menschen, die andauernd von unrecht der Flucht und Vertreibung reden, sollten daran denken, dass dies Kriege auslöst. Und wieder Verderben bringt. Ich erinnere mich an die schönen Zeiten zu Hause und freue mich, hier eine neue Heimat gefunden zu haben.”

Dies sagte eine Betroffene und auch, als ein Bekannter meiner Großmutter aus Königsberg mich, als ich 16 war, in die Landmannschaft Ostpreussen beizutreten bewegen wollte, war die Antwort meiner Großmutter nur:

“was soll der junge da, sich ein Glas heimaterde auf die Küchenbank stellen und anbeten? Lächerlich, ich mache das nicht, meine kinder nicht und meine Enkelkinder erst Recht nicht. Dies ist jetzt unsere Heimat udn nichts anderes mehr.”

Ich kann nicht glauben, dass es immer noch Leute gibt, die so denken wie Sie.

Mit freundlichen Grüßen

Karsten

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