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Eingeholt von der Vergangenheit: Oberländer tritt zurück

4. Mai 1960

Nach monatelangem Hin und Her reicht Vertriebenenminister Theodor Oberländer seinen Rücktritt ein. Den Ausschlag gibt ein SPD-Antrag auf Einrichtung eines Untersuchungsausschusses in Sachen Oberländer und die wachsende Kritik in der westdeutschen Öffentlichkeit. Angestoßen hatte die Affäre um Oberländer vor allem ein Ost-Berliner Schauprozess. Darin war der Bundesminister fünf Tage zuvor in Abwesenheit zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt worden war.

Laut Anklage war Oberländer für Kriegsverbrechen verantwortlich, die aus Ukrainern und Kaukasiern bestehende, von Oberländer begleitete und kommandierte Hilfstruppen der Wehrmacht begangen hatten. Zudem hatte der habilitierte Agrarökonom Oberländer zur “wissenschaftlichen” Vorbereitung der deutschen Herrschaft in Osteuropa beigetragen.

Ein erstes Rücktrittsgesuch Oberländers hatte Konrad Adenauer einige Monate zuvor noch abgelehnt. Nach Ansicht des Kanzlers wird ein Politiker erst durch die eindeutig erwiesene Verantwortung für Verbrechen unhaltbar, und so bezeichnet er Oberländer als “braun, wenn sie so wollen, war er tiefbraun, aber er hat niemals getan, was gegen seine Ehre war … Ich bin nicht geneigt, wenn die SED verlangt, es soll ein Bundesminister entlassen werden, dies auch dem Bundespräsidenten vorzuschlagen.”

Nun nimmt Adenauer das zweite Rücktrittsgesuch des Vertriebenenministers an und gibt zugleich eine Ehrenerklärung für Oberländer ab. 1993 hebt das Landgericht Berlin das Urteil gegen Oberländer auf. Die Ermittlungen der bundesdeutschen Justiz zu Oberländers Anteil an Kriegsverbrechen werden nach seinem Tod im Jahr 1998 eingestellt. Sein Anteil an der “wissenschaftlichen” Entfaltung der NS-Ideologie ist und bleibt hingegen eindeutig.

Wie erinnerte die DDR an den Nationalsozialismus? Mehr dazu bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

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