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Oettinger stolpert über Filbinger
11. April 2007
Die Trauerrede des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger für seinen Amtsvorgänger Hans Filbinger gleicht einer Rehabilitierung Filbingers. Der im Alter von 93 Jahren Verstorbene musste 1978 zurücktreten. Er hatte damals seine umstrittene Rolle während des Zweiten Weltkriegs als Marinerichter und Mitglied der NSDAP und SA mit den Worten verteidigt: “Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein.” Oettinger setzt noch eins drauf: Filbinger sei kein Nationalsozialist gewesen, sondern sogar Gegner des Regimes, auch wenn er sich dessen Zwängen gebeugt habe, meint er. Die Empörung über diese politische Absolution ohne sachliche Grundlage ist auch innerhalb konservativer Kreise groß. Zwei Tage nach der Rede bringt Kanzlerin Merkel ihre Missbilligung darüber zum Ausdruck. Wiederum nach zwei Tagen beugt sich Oettinger dem starken Druck, entschuldigt sich und revidiert einige seiner Äußerungen.
Mehr zum Thema bei der Bundeszentrale für politische Bildung
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