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“Otto Normalverbraucher” kommt in die Kinos
1. Januar 1949
Der erste Tag des Jahres ist auch der erste nach dem Kinostart der “Berliner Ballade”, ein Film der die Figur des Otto Normalverbrauchers unsterblich macht. Erzählt wird die Geschichte eines von Gert Fröbe gespielten Kriegsheimkehrers, der mit den Tücken des Alltags im zerstörten Berlin zu kämpfen hat. Als “Normalverbraucher” bekommt er im Gegensatz zu Schwerarbeitern und Schwangeren keinerlei zusätzliche Lebensmittelmarken, im Schlaf träumt er von Torten und einem riesigen Buffet.
Dabei geht es 1949 schon spürbar aufwärts. Seit der Währungsreform in den Westzonen am 20. Juni 1948 können auch Normalverbraucher wieder satt werden, vorausgesetzt, sie können die stark gestiegenen Preise zahlen. Die Produktion erreicht wieder das Niveau von 1936. Es verschärft sich aber auch das Problem der hohen Arbeitslosigkeit, erst 1956 sinkt die Arbeitslosenquote auf unter fünf Prozent.
4. März 2009 18:31
Hallo zusammen,
ich finde die Serie eine wirklich gute Idee. Hier auf der HP könnte ich es mir auch noch schön vorstellen, wenn die Nutzer hier ihre eigenen Fotos in den Zeitstrahl einbinden könnten. Dann könnte hier ein Supra-Archiv deutscher Geschichte entstehen. Omas Jugendweihe neben Enkels Konfirmation, ganze Einschulungsklassen von 1955 und der gleiche Abi-Jahrgang dann 1968. Dieses “Gedächtnis” könnte zur Grundlage des neuen Deutschlands werden, oder nicht?
4. März 2009 19:37
Das haben wir bei der Planung von 60xdeutschland.de sogar überlegt. Das Projekt wäre dann allerdings sehr viel größer geworden. Und damit auch wesentlich aufwändiger und teurer..
11. März 2009 19:06
Bin 1955 geboren. Finde diese Sendung sehr gut. Würde gern mehr über die Alliierten wissen, da ich ein “Besatzungskind” bin.
16. März 2009 19:27
komisch, komisch…
2 Anmerkungen zu Ihrer Serie:
1. Warum steht eigentlich die DDR nach jeder Sendung wie ein Depp dar und das gute West-Deutschland steht siegestrunken und arrogant daneben? Die Darstellung der DDR missfällt mir in dieser Serie sehr – aber das war auch nicht anders zu erwarten in anbetracht der Diskurslandschaft.
Anscheinend darf am Schluss nur noch der logische Schluss stehen, dass es keine Alternative gab – der Sieg des marktwirtschaftlichen Deutschlands.
2. Dahin gegen dürfen wir uns in der west-deutschen Verklärung die 1950er als goldenes Aufbauzeitalter präsentieren lassen. Die Shoa und dessen Geschichtsvermittlung hatte zwar damals wahrscheinlich neben “schaffe, schaffe Häusle baue” keine Zeit, jedoch reproduziert diese Serie dies nur noch – und fragt/bohrt nicht nach…
Mir als Mitzwanziger wird da nur schlecht
17. März 2009 13:24
wer mais dort anbauen läßt, wo kein mais wachsen kann, nur weil der boss der besatzer das möchte, der ist ein depp, warum soll man das nicht sagen?
aber es ist perfider: viele menschen wurden mit ihrem guten glauben an frieden, gerechtigkeit und freiheit geködert und glaubten, sie bauten eine freie, friedliche und gerechte gesellschaft auf, dabei halfen sie nur eine stalinistische Terrorgesellschaft zu gründen. bis 1989 wurden die verbrechens stalins in der ddr nicht benannt, die brd war da wesentlich weiter und das ist nur möglich, weil sie ein freier und demokratische staat ist; zur sozialen marktwirtschaft gibt es keine alternative, weil der mensch ist wie er ist, das wird jetzt zur finanzkrise mehr als deutlich, aber nur in einer freien gesellschaft, kann man die nötigen konsequenzen ziehen und etwas verändern und sich entwicklen. aber klar, der mitzwanziger glaubt wohl auch daran, dass man ne mauer gebaut hat, damit die ganzen westdeutschen nicht in die ddr kamen, weils da so toll war! warum um alles in der welt, soll diese sendereihe die angeblichen vorzüge einer diktatur darstellen? und niemand behauptet, dass in der brd alles ok war! aber bei hitler war ja auch nicht alles schlecht, nicht wahr?!
18. März 2009 10:57
Als endsechziger weiß ich noch, was Hunger bedeutet und kann auch verstehen, wenn man es als endvierzigerin nicht mehr weiß. Natürlich wurde nach dem Krieg jede Möglichkeit genutzt, Lebensmittel anzubauen auch bei uns im Westen. Aber wenn wir mal ehrlich sind, haben wir doch sehr vieles vom Ami geschenkt bekommen, während die im Osten alles selber aufbauen mussten.
18. März 2009 19:13
auch die endvierzigerin weiß was Hunger bedeutet, sie hat als Ärztin in Afrika gearbeitet und dort hat sie auch gesehen, was Dummheit und Arroganz von in dem Fall sozialistischen Diktatoren in Bezug auf die Herstellung und Veteilung von Lebensmitteln für das Volk bedeutet: Hunger, Krankheiten und große Not. Die Menschen in der DDR wurden von ihren und den sowjetischern Machthabern benutzt, niemand behauptet sie seien nicht in der Lage gewesen, etwas aufzubauen, man hat sie daran gehindert!
19. März 2009 04:46
Ich empfinde es nicht so, dass die DDR als Depp dargestellt wird. Es ist doch mittlerweise eine klare Erkenntnis, auch von Historikern, dass die DDR am totalen wirtschaftlichen Ende war. Dieses hatte damals schon Michail Gorbatschow so gesehen, und aus diesem, und diversen anderen Gründen, eine Wandlung der politischen Verhältnisse, als eine gewisse Agenda ins Auge gefasst. Und wir können uns glücklich schätzen, dass dieser Mann den Mut hatte die Ostblockstaaten auf diese politische Ein- und Weitsicht einzustimmen. Die DDR-Regierung hatte, speziell Honecker, noch lange nicht, und lange noch, die starrsinnige Haltung, mit ihrer Regierungsform andere europärische Staaten , speziell “Westdeutschland”, überflügeln zu können.
Wir hatten, und haben auch heute noch nicht die ideelle Staatsform, aber um Längen noch die menschlichere als damals die DDR. Diese hatte viele soziale und ideelle Ziele, aber die sich – leider – nicht in die Realität umsetzen ließen.
Aus diesem Grunde ist also die DDR kein Depp gewesen, sondern eben ein Staat der mehr oder weniger, krass gesagt von unkaufmännischen Politträumern geführt wurde; und daran war der einzelne DDR-Bürger nicht direkt schuld, sondern eher Versklavter.
21. März 2009 17:14
Ab 1956 begann man sich in der DDR schon von Stalin zu distanzieren, Denkmäler abzureißen, Straßen umzubenennen, Schulbücher umzuschreiben…macht man so etwas, wenn man „stalinistische Terrorpolitik“ betreiben will? Im gleichen Zeitraum haben wir bis 1963 einen aktiven Altnazi als Staatssekretär im Kanzleramt arbeiten lassen. WER ging hier also bewusster mit geschichtlichen Fehleinschätzungen um? Im Übrigen hatten wir auch Partei- und Berufsverbote. Das war keine Erfindung der bösen dummen Russen-Ossis.
Wann ist man (DDR) eigentlich am „totalen wirtschaftlichen Ende“? Wenn man zahlungsunfähig ist, oder? Die DDR hat laut Hamburger Abendblatt(vom 21.3.1990) Auslandsschulden von 27 Milliarden D-Mark gehabt. Sie hat bis zur Wende problemlos Kredite von der Deutschen Bank bekommen. Gibt man jemandem einen Kredit, wenn man Angst hat, dass man das Geld nicht wiederkriegt? Wir hatten (Tagesspiegel vom 18.4.2007) VOR der Finanzkrise einen Schuldenberg von 1,5 Billionen Euro. Das ist bei einem Kurs von 1Euro zu 2D-Mark immer noch das überhundertfache von den Schulden, welche die DDR hatte. Also vergessen wir das BILDer-Märchen vom wirtschaftlichen DDR-Ruin. Aber im beurteilen von Anderen sind wir immer besser gewesen als die Ossis, das stimmt! Doch das lernen die da auch noch. Schließlich dürfen sie seit der Wende alle Playboy und BILD lesen- so werden das alles ganz prima Demokraten…
22. März 2009 02:28
Wäre die endvierzigerin jetzt noch in Afrika, würde sie sehen, wie den armen Bauern genveränderter Reis verkauft wird, um sie damit abhängig vom Produzenten zu machen, denn bisher konnten die Bauern selbst Saatgut züchten- mit Gen-Mais geht das nicht mehr. Da geht es nicht darum, den Hunger zu stillen, sondern Profit zu machen. Diese Wesensart war uns DDR-Bürgern im Sozialismus bis zur Wende fremd, weil wir alle etwas zurückgeblieben waren…darum haben wir auch afrikanischen Ärzten und Agrarwissenschaftlern ein Studium ermöglicht, damit sie sich aus der Abhängigkeit der westlichen “Entwicklungshilfe” befreien können. Was waren wir nur für ein stalinistischer Psychoterrorhaufen…bloß gut, dass das vorbei ist.
23. März 2009 16:41
@woody
In welchem Paralleluniversum bist du denn bitte aufgewachsen? Ich bin selbst mitte zwanzig und gebürtiger Westberliner. Mag sein, dass die Weltkriegsgeneration an einer Aufarbeitung nicht interessiert war, aber anders als in der DDR gab es bei uns eine Entnazifizierung. In der Zone reichte da schon die lapidare Feststellung der Nazi sitze ja eh im Westen. Aus diesem Grund brauchte es ja unbedingt 1961 den antifaschistischen Schutzwall. Wörtlich genommen hat die Mauer ihren Zweck als Schutz vor Faschismus ja leidlich erfüllt, nur umgekehrt als vorgesehen. Als Beweis hierfür braucht man sich nur die Wahlergebnisse der NPD in Ost bzw. West anzuschauen.
In einem Punkt muss ich dir aber dann doch recht geben, die Sendung ist zu handzahm. Hoffentlich ändert sich das noch, wenn die Sendung dann in den späten 60gern die Aussöhnung der BDR mit dem Staat Israel thematisiert und als Gegenüberstellung dann hoffentlich das komplette Fehlen eben jener Aussöhnung in der DDR.
18. April 2009 15:12
1949 mein Geb.Jahr.Mutter Flüchtling aus Pommern(heute Polen)landet in Hessen.Amerik.Zone.Ihre Mutter im britsch.Sektor Berlin.Andere Verwandte kamen als Ausgewiesene aus Pommern in Thüringen an.Als Kind bin ich 1953 das 1.mal in W-Berlin und in der “Ostzone”.Bin sehr an Infos aus den 50zigern interressiert.Die Sendung ist gut gemacht,aber viel zu späte Sendezeit.
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