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Pogrom und Krawalle in Rostock

22. August 1992

Vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber in Rostock-Lichtenhagen kommt es drei Nächte lang zu Ausschreitungen und heftigen Straßenschlachten. Die Gewalt richtet sich gegen die Asylbewerber, gegen die Vietnamesen im Nachbargebäude und – stellvertretend für den Staat – gegen die Polizei. Zahlreiche Bewohner des Stadtteils solidarisieren sich mit den bis zu 2000 Angreifern, deren harter Kern aus der rechtsradikalen Szene stammt.

Am 24. August werden die Asylbewerber in das zehn Kilometer entfernte Hinrichshagen evakuiert, am selben Abend legt der Mob Feuer in dem benachbarten, von Vietnamesen bewohnten Plattenbau – über hundert Menschen überleben das Inferno nur mit knapper Not.

Als Auslöser der Angriffe geben Randalierer und Anwohner die unhaltbaren Zustände in und vor der völlig überlasteten Aufnahmestelle an, doch genauso treibt sie Ausländerhass und Frustration über die wirtschaftliche Misere in den neuen Ländern an.

Mehr zu den Entwicklungen im europäischen Rechtsextremismus bei der Bundeszentrale für politische Bildung

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Kommentare

woody:

3. Mai 2009 12:58

Wenn die rassistischen Ausschreitungen in dieser Sendung keine Erwähnung gefunden hätten, wäre es blanker Hohn gewesen. Deswegen hier ein relativiertes Lob. Relativiert, weil die politischen Umstände keinerlei Erwähnung finden und die progromartigen Angriffe als Taten Vereinzelter verklärt werden.
Es gibt viele wissenschaftliche Arbeiten darüber die aufzeigen, wie die Politik und die Medien die rassistischen Verbrechen begünstigten, indem sie Ängste schürten und Horrorszenarien entwarfen und das Menschenrecht auf Asyl politisch aufluden und instrumentalisierten.
So schrieb der Deutschland-Korrespondent der Washington Post in der TAZ vom 9.8.91: “Und jedes Jahr immer der gleiche Schrei durch das gesamte politische Spektrum: ‘Das Boot ist voll, zu viele Fremde sind unter uns’ [...] Doch deutsche Politiker reagieren, als stünde alles, was ihnen heilig ist, vor der Gefahr eines Zusammenbruchs…Wenn Deutschland den Wunsch, Teile seiner Autonomie für die Vereinigten Staaten von Europa aufzugeben, wirklich ernst meint, dann muß es endlich aufhören, sich hysterisch an die ethnischen Abgrenzungen der Vergangenheit zu klammern”.
Hier ein anderes Zitat:
“Neben den Ereignissen von Hoyerswerda und Hünxe waren es vor allem die Bürgerschaftswahlen in Bremen, die den Stillstand in der Asylpolitik aufzulösen halfen. Hier hatte der Spitzenkandidat der SPD, Wedemeier, durch eine scharfe Anti-Asylpoltik zu profilieren versucht, im Verlauf derer er Flüchtlingen sogar den Aufenthalt in der Stadt verwehrt hatte. Bei den Wahlen gewann aber die rechtsradikale DVU deutlich an Stimmen [...]. Damit war für die beiden großen demokratischen Parteien deutlich geworden, daß die politische Instrumentalisierung der Asylfrage nicht nur ausländerfeindliche Übergriffe heraufbeschwor, sondern auch zu einem neuen Rechtsruck der Wähler über den demokratischen Rand hinaus führen könnte” (U. Herbert, 2003: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. Bonn: S.311).

soviel zur gesellschaftlichen Einbettung der historischen Ereignisse…

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