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Die RAF verkündet ihre Selbstauflösung
20. April 1998
Am 20. April 1998 geht bei der Nachrichtenagentur Reuters in Köln ein Schreiben ein. Es ist die letzte Botschaft der RAF. Darin verkündet die RAF die Auflösung der Terrorgruppe. Von vielen Ermittlern und Terrorismusexperten war der Schritt schon seit langem erwartet worden.
Auf acht Seiten erklären die Verfasser die Beendigung “dieses Projekts” RAF. “Generationen” nennen Wissenschaftler und Kriminologen die zu verschiedenen Zeiten agierenden Mitglieder der RAF. Der so genannten dritten Generation wird dieses Selbstauflösungsschreiben nun zugeordnet. Kriminaltechniker bestätigen aufgrund des Siegels und kleinerer anderer Anhaltspunkte die Echtheit des Dokuments.
Romantisierend, selbstlegitimierend, anmaßend, beschönigend nennen Medienkommentatoren und Historiker diesen mit dem Titel “Schlusskommuniqué” versehenen achtseitigen, eng beschriebenen Brief. Mehr als 30 Morde, zahlreiche Überfälle, Attentate und Anschläge gehen auf das Konto der RAF. Reue, Bedauern oder Mitgefühl mit den Opfern sucht man darin vergeblich. Stattdessen strotzt das Papier vor Selbstgerechtigkeit und Pathos.
“Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte” heißt es in dem Brief. Die Verfolgung der Taten der RAF und die Suche nach Tätern und Verantwortlichen allerdings geht weiter.
Geschichte der RAF – Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung
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