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Rechtsextreme morden in Mölln
23. November 1992
Im schleswig-holsteinischen Mölln sterben zwei türkische Mädchen und ihre Großmutter in ihrem brennenden Haus. Zwei junge Rechtsextreme hattenMolotow-Cocktails auf das Gebäude geschleudert. Der dreifache Mord ist ein Höhepunkt der in jenen Monaten alltäglich gewordenen rechtsradikalen Gewalt. Zum Jahresende zählt die Polizei 17 Tote und über 800 Verletzte. Die Opfer sind Ausländer, Behinderte, Homosexuelle und Obdachlose, auch Gedenkstätten oder jüdische Friedhöfe bleiben nicht verschont. Das Ansehen Deutschlands leidet, die “New York Times” empfiehlt sogar Boykottmaßnahmen.
Der Brandanschlag von Mölln wird zum Signal für viele, die den Terror von Rechts nicht hinnehmen wollen. Hunderttausende setzen in den folgenden Wochen ein friedliches Zeichen, indem sie die Zentren der Großstädte mit Lichterketten durchziehen. Außerdem geben die Toten von Mölln einen letzten Anstoß für den lange umstrittenen Asylkompromiss, der die Zahl der Asylbewerber verringern soll.
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