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“Schindlers Liste” kommt in die Kinos
3. März 1994
Die Diskussion um diesen Film dauert Monate, und in kaum einer der großen deutschen Zeitungen, Fernseh- oder Radiosender wird eine klare Tendenz erkennbar. Gestritten wird darüber: Ist Steven Spielbergs Film über Oskar Schindler, der viele Juden vor dem Tod in den Gaskammern rettete, ein Hollywood-Streifen ohne Tiefgang, der es gar vermeidet, klar die Dimensionen der Vernichtung der Juden abzubilden? Oder ist es die Darstellung eines Schicksals, in der die Verachtung von Menschen durch die Nationalsozialisten nacherlebbar wird?
Der auf Tatsachen beruhende Film ist nicht nur aufgrund seiner guten Besucherzahlen Thema der Medienseiten der Zeitungen. Er bestimmt mit Historikerdebatten die Feuilletons und findet sich auch in der Lokalpolitik wieder – in Berichten über Schulklassen, die sich den Film gemeinsam ansehen und darüber diskutieren.
Spielberg gab den Opfern ein Gesicht, ist eines der Argumente. Doch ihm wird auch oft vorgehalten, er verharmlose den Holocaust durch die Herausstellung eines Einzelnen der sich wehrte, anders als Millionen Deutsche. Für diese Diskussion gab es letztlich keine Lösung. Klar allerdings ist: Der Film sorgt für Debatten über Geschichte, die so vorher nie oder nur in Nischen stattgefunden hatten.
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