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Strauß zu Gast bei Honecker
24. Juli 1983
Im Rahmen einer “Privatreise” besucht der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß den Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker. Mit der Einladung auf das Jagdschloss Hubertusstock am Werbellinsee bedankt sich Honecker für einen Milliardenkredit, der der DDR kurz zuvor gewährt worden war. Strauß hatte bei der Bewilligung eine Schlüsselrolle gespielt. In Gesprächen mit Alexander Schalck-Golodkowski, dem obersten Devisenbeschaffer der DDR, ebnete er dem Kredit den Weg. Der Besuch erstaunt die Öffentlichkeit: 13 Jahre lang hatte Strauß den “Wandel durch Annäherung” scharf abgelehnt. Nun hilft er, die DDR-Wirtschaft mit 950 Millionen DM zu stützen. Kreditgeber ist ein Konsortium westdeutscher Banken, das durch eine Bundesbürgschaft abgesichert wurde. Hintergrund des Geschäfts sind die wirtschaftlichen Probleme der DDR, die seit 1981 durch verringerte Rohöllieferungen aus der Sowjetunion weiter verschärft werden. Als unausgesprochene Gegenleistung gewährt die DDR Reiseerleichterungen und baut die Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze ab.
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