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1000 fliehen jeden Tag aus der DDR

1. Januar 1961

In Scharen strömen DDR-Bürger in das West-Berliner Aufnahmelager Marienfelde. 1961 sind es mehr als jemals zuvor seit Gründung der DDR. Mitte der 50er Jahre hatten DDR-Bürger noch Visa für die Einreise in die Bundesrepublik erhalten können, die viele von ihnen zur “Republikflucht” genutzt hatten. Als diese Visa ab Januar 1958 nicht mehr erteilt werden, bleibt nur noch die Flucht über Berlin. Die innerdeutsche Grenze war bereits sechs Jahre zuvor geschlossen worden.

Danach sinkt die Zahl der Flüchtlinge von knapp 280.000 im Jahr 1956 in den folgenden drei Jahren auf gut die Hälfte. Dennoch betrachtet die DDR-Führung die Fluchtbewegung weiterhin als Existenzbedrohung: Zu viele junge und gut ausgebildete Menschen kehren dem SED-Staat den Rücken. 1960 steigt die Zahl der Flüchtlinge auf 200.000. Ursache für den Anstieg sind wirtschaftliche Probleme sowie die Kollektivierungskampagne in der Landwirtschaft im Frühjahr 1960. Sie treibt vor allem viele Bauern in den Westen.

Eine ausführliche Chronik des Jahrs 1961 bei der Bundeszentrale für politische Bildung

In der Folge verschlechtert sich die Versorgungslage so sehr, dass Lebensmittel wieder rationiert werden müssen. Zudem erzeugen die Spannungen zwischen den Supermächten Kriegsangst unter den DDR-Bürgern. Es verbreitet sich das Gerücht, dass “etwas geplant” sei. Die Fluchtwelle erreicht nach dem Scheitern der Wiener Konferenz ihren Höhepunkt: Im Juli und in der ersten Augusthälfte fliehen mehr als 47.000 DDR-Bürger in die Bundesrepublik. Die Berliner Mauer macht dieser “Abstimmung mit den Füßen” im August 1961 für fast dreißig Jahre ein Ende.

Ausführliche Chronik des Jahres 1961 bei der Bundeszentrale für politische Bildung

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Kommentare

oscar:

19. März 2009 03:51

Ich empfinde diese Sendung mehr als wichtig, um auf diesem Wege, so einigen Hörern die damaligen Geschehnisse etwas näher zu bringen, obwohl das natürlich nicht einfach ist.
Die Kürze der Hörbeiträge ist rationell und prägnant, so, dass auch sogenannte Neuberliner einen kleinen Einblick von dem bekommen – wenn auch schwer nachvollziehbar – was sich in diesen rund 40 Jahren hier abgespielt hat.

Michael Sergej Helgesson:

19. März 2009 21:01

Sehr geehrte Redaktion!

Eure Serie ist schlicht ein Meisterwerk; sie ist unterhaltend, aufschlussreich
und spannend – ja, sie hat einfach alles!

Ich bin in der BRD geboren, wohne aber seit 35 Jahren in Schweden.

Ich schau mir jeden Morgen den neuen Teil der Serie im Internet an,
denn nichts ist spannender als die Geschichte der Menschheit, mit ihren
oft verzweifelten Versuchen ein besseres Leben auf Erden zu gestalten.

Da ist die Nachkriegsgeschichte der beiden deutschen Staaten ein besonders
interessantes Beispiel!

Die Interviews mit den verschiedenen Personen hinterlassen auch ein Gefuehl grösster Empathie mit all diejenigen, die in schwierigen Situationen aushalten muessten…

Mit freundlichen Gruessen
Michael Sergej Helgesson
Hässleholm, Schweden

Filipe (Lissabon):

20. März 2009 20:14

Die Serie ist meines Erachtens ein wichtiger Beitrag zum besseren Verständnis der Nachkriegsgeschichte. Die Beiträge sind interessant und vielseitig, und werden von Sandra Maischberger professionell moderiert

Zeitzeuge:

22. März 2009 15:45

Schönes Beispiel für BRD-Propaganda: Das Bild zeigt Menschen, die gemächlich ihre Ausreise vollziehen und der Kommentator sagt “Flucht” dazu. Also Flucht sieht bei mir anders aus. Da lasse ich alles stehen und liegen und renne um mein Leben- so ähnlich wie während des Mauerbaus- aber selbst da bestand für niemanden Lebensgefahr- außer für die, welche sich todesmutig aus dem Fenster warfen. Wir haben damals nur den Kopf geschüttelt über so viel Temperament. Die Ausreisewelle vor dem Mauerbau war ganz sicher keine Flucht- höchstens im Sinne von “Wirtschaftsflucht”. So wie einige West-Berliner sich benommen haben, konnte es ja auch nicht weiter gehen- im Westteil arbeiten und im Ostteil das subventionierte Brot kaufen. Aus damaliger Sicht halte ich den Mauerbau für gerechtfertigt. Wenn ich damals gekonnt hätte, hätte ich sicher mitgebaut. Man kann aber die Ausreisenden Ingenieure schon verstehen. Im Westen haben sie viel mehr verdient. Alle Achtung vor denjenigen, die geblieben sind!

Jochen Hagen:

24. März 2009 18:00

Ist Ihnen, Herr “Zeitzeuge” ueberhaupt bewusst, ueber wieviele Jahre der DDR
Staat sie dumm gehalten hat? Wenn ich soetwas von Ihnen lese, habe ich doch sehr den Eindruck, dieses war bei Ihnen sehr erfolgreich, um serieoes zu bleiben.

Mit freundlichsten Gruessen
J. Hagen
(niederlaendische Antillen)

Gerhard.sch1@web.de:

28. März 2009 02:09

Zwei Klischees scheinen sich wieder mal zu bestätigen. Der „jammernde Ossi“ und der „arrogante Wessi“. Ich verstehe nur nicht, warum der Ossi so tut, als wusste er nichts von den Mauertoten. Natürlich haben wir es gewusst. Wir wussten: Die Grenze ist die Grenze und damit tabu. Wir wussten auch dass die Grenzer keine Spielzeugpistolen haben. Und da man einem DDR-Bürger ruhigen Gewissens unterstellen konnte, dass er kein Analphabet war, konnte er auch alle Warnschilder lesen, die überall rumstanden. Es war halt so. Jeder wusste es.
Wenn der fliegende Holländer behauptet, wir Ossis sind alle dumm geblieben, dann sei ihm gesagt, dass wir wann immer wir wollten nach der „Aktuellen Kamera“ die „Tagesschau“ gesehen haben. Wir wussten genau was im Westen passiert und haben trotzdem (oder gerade deswegen) keinen Ausreiseantrag gestellt. Umgekehrt ist die Frage, wer sich im Westen wirklich über den Rand der BILDzeitung hinaus informiert hat, über den Osten. Nach wie vor kennt der Wessis den Ossi besser, als der Ossi sich selber… und der Ossi lässt ihn in dem Glauben, denn außenpolitisch war er schon immer der friedfertigere.

erna H.:

30. März 2009 15:29

@Jochen Hagen
Jedes Gesellschaftssystem beeinflusst irgendwie – und zwar meist ungewollt und unbewusst …
Mit freundlichsten Grüßen Erna H
(Deutschland, unterm Sonnenschirm)

Manfred Grätz:

1. April 2009 22:55

In den heutigen RTL News (Nachrichten würde besser klingen) verkündete Peter Kloeppel , dass demnächst in den Neuen Bundesländern die Osterferien beginnen. Was für “NEUE BUNDESLÄNDER“ ? Und . . ., wie lange gilt etwas als NEU ! Als ehemaliger “OSSI“ bin ich seit knapp neunzehn Jahren, und sechszehn Millionen weiterer ehemaliger DDR Bürger, Bürger der Bundesrepublik Deutschland. In diesen neunzehn Jahren habe ich zwei gebraucht gekaufte – wobei der erste im Grunde gar nicht mehr hätte zugelassen werden dürfen – (West) Fahrzeuge „verschlissen“ und bin seit zweieinhalb Jahren Besitzer eines Neuwagens – obwohl er dieses schon lange nicht mehr ist.
In neunzehn Jahren ist eine NEUE, junge Generation heran gewachsen. Fühlt sich diese junge Generation als NEUE BUNDESBÜRGER ?
Wir sollten “NEUE BUNDESLÄNDER“ endlich anfangen, aus dem Sprachgebrauch zu streichen, denn dies ist dem zusammen wachsen unseres einheitlichen deutschen Staates absolut nicht förderlich.
Oder müssen wir wieder dreiundzwanzig Jahre warten, um endlich als vollständige Bundesbürger anerkannt zu werden! Denn erst mit dem Grundlagenvertrag 1972, dreiundzwanzig Jahre nach Gründung zweier deutscher Staaten, wurde die DDR als Staat von der Bundesrepublik anerkannt. Dreiundzwanzig Jahre wurde die DDR als “Z O N E“ bezeichnet, was selbst im ersten Tatort von 1970 (Taxi nach Leipzig) zu hören war. In meinen Augen klang dieses damals genauso diskriminierend , wie heute immer noch “NEUE BUNDESLÄNDER“ . Also : N E U E B U N D E S L Ä N D E R ! ! ! WEG DAMIT.
Manfred G.
(Bundes)Land Brandenburg

ursula.hallberg@web.de:

3. April 2009 12:11

Ich selber schaue zwar keine privaten Fernsehsender, aber ich glaube der Osten der heutigen BRD ist in vielerlei Hinsicht noch nicht im Westen angekommen. Nicht nur in den Köpfen der Leute, auch in den Gehältern von Arbeitern und Angestellten. Das scheint die breite Mehrheit im Osten aber nicht zu stören, denn wir haben noch dieses Urvertrauen in die Wirtschafts- und Sozialpolitik, dass alles zum “Wohl des Volkes” geschieht. Wir glauben ja auch, das die Managergehälter in Millionenhöhe gerechtfertigt sind. “WIR” sind noch nicht im Westen angekommen. Der Westen im Osten aber schon. Von daher kann ich den RTL-Nachrichtensprecher verstehen, wenn er sich von soviel Naivität distanzieren will.

Sebastian Bluhm:

6. April 2009 13:33

Allen Mitwirkenden dieser Zeitreise, welche wirklich sehr sachlich und interessant gestaltet ist, ein großes Kompliment!

In diesem Kommentarbereich hier findet sich leider auch der eine oder andere unzeitgemäße Satz wieder, was wohl bei diesen Blicken in die Vergangenheit einfach nicht zu vermeiden ist.

Schade für mich, der `82 in Frankfurt (Oder) geboren wurde, ist, dass die Meinungen von Ost- und Westdeutschen, die ja nun glücklicherweise seit fast 19 Jahren offiziell ein vereintes Volk sind, immernoch derart festgefahren sind.

Ich persönlich sehe mich als Deutschen und finde das gesamte Land schön. Genauso werde ich es auch meinen Kindern erklären wie so viele meiner Generation. Vielleicht haben dann die “Osten gut-Westen schlecht-und umgekehrt”- Debatten irgendwann mal ein Ende…

Sebastian Bluhm
Land Brandenburg

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