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Superspion Tiedge setzt sich ab
19. August 1985
In Marienborn, Sachsen-Anhalt, gibt sich den DDR-Grenzern ein ranghoher Überläufer zu erkennen. Hansjoachim Tiedge war bis dahin beim Bundesamt für Verfassungschutz verantwortlich für die Spionageabwehr gegen die DDR. Schulden und der unverwundene Tod seiner Frau lassen ihn die Flucht aus der Bundesrepublik wählen. Tiedge wird freundlich aufgenommen und verrät der Staatssicherheit sein ganzes Wissen. Unklar bleibt, in welchem Ausmaß seine Angaben zur Verhaftung des westdeutschen Agent Horst Garau beitragen, der drei Jahre später in der Vollzugsanstalt Bautzen stirbt. Es ist seit der Guillaume-Affäre und der Flucht des Ost-Agenten Werner Stiller der spektakulärste Fall im deutsch-deutschen Kampf der Geheimdienste. Als Tiedge im Jahr 1990 im Zuge der deutschen Vereinigung die strafrechtliche Verfolgung droht, flieht er nach Moskau.
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