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“Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”
7. Oktober 1989
Zum 40. Jahrestag der DDR-Gründung gibt es in Ost-Berlin eine Parade der Nationalen Volksarmee. Zu den Ehrengästen zählt auch Michail Gorbatschow, der den Starrsinn der DDR-Führung kritisch sieht. Am Tag zuvor hatte der Vorsitzende der KPdSU nach der obligaten Kranzniederlegung in der Neuen Wache zu ARD-Journalisten gesagt: “Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren.” Als “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben” geht das Zitat durch die Presse.
Auf Gorbatschow setzen auch die Demonstranten, die sich an diesem Siebten des Monats wieder auf dem Alexanderplatz versammeln, um gegen die Fälschung der Kommunalwahlen vom Mai zu protestieren. Einigen gelingt es, sich unter “Gorbi”- und “Freiheit”-Rufen dem Palast der Republik zu nähern, wo der offizielle Empfang zum Staatsjubiläum stattfindet. Das Gros der Demonstranten zieht zur Gethsemane-Kirche, wo seit Wochen eine Mahnwache für die verhafteten Oppositionellen abgehalten wird. Es kommt zu einem brutalen Polizeieinsatz gegen die friedlichen Demonstranten. Auch in anderen Städten werden Demonstrationen gewaltsam aufgelöst.
Chronik der Wende – Die rbb-Dokumentation der Revolution in der DDR
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