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“Green Card” oder “Kinder statt Inder”?
14. Juli 2000
Die Debatte über die richtige Zuwanderungs- und Nachwuchspolitik in Zeiten der Globalisierung sorgt für Schlagzeilen. Während die rot-grüne Bundesregierung die Einführung einer so genannten Green-Card-Regelung für in der Wirtschaft dringend benötigte ausländische Spezialisten ankündigt, hat die Union Bedenken. Sie geht in Nordrhein-Westfalen mit einer neuen Parole an die Öffentlichkeit: “Kinder statt Inder”. Die Landesunion fordert, sich um die Integration der hier lebenden Ausländer zu kümmern, statt Zuwanderung zu fördern.
CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers, tief im Wahlkampf steckend, begründet seine Angst vor asiatischen Computerspezialisten mit folgender Rechnung: 30.000 Computer-Fachleute inklusive ihrer Angehörigen bedeuteten 150.000 schlecht zu integrierende Menschen: “Angesichts der nicht gelungenen Integration der Moslems ist dies unverantwortlich”, meint er. Doch Rüttgers Sorgen sollen sich nicht bewahrheiten.
Der Bundesrat stimmt am 14. Juli den Verordnungen zur Green Card zu. Bis zu 20.000 Computerspezialisten aus Nicht-EU-Ländern können danach unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland arbeiten. In den folgenden fünf Jahren der Gültigkeit dieser Regelung kommen rund 18.000. Nur wenige bleiben, auch gehen nur wenige nach Ostdeutschland, wo der Ingenieurmangel am größten ist, aber auch das Lohnniveau am niedrigsten.
Die Greencard – Inszenierung eines Politikwechsels ( Bundeszentrale für politische Bildung)
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